Kinder und ihr Darmmikrobiom. Wie das Mikrobiom die Zukunft formt 26.11.2026 (Vortrag)

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Beschreibung

Lange Zeit ging man davon aus, dass das Leben im Mutterleib steril beginnt. Heute zeichnet sich jedoch ein differenzierteres Bild ab: Auch wenn die Forschung noch nicht in allen Punkten eindeutig ist, gibt es Hinweise darauf, dass bereits während der Schwangerschaft erste mikrobielle Einflüsse auf das ungeborene Kind wirken. Über die Mutter – ihre Ernährung, ihre Gesundheit und ihr eigenes Mikrobiom – erhält der Fötus Signale, die seine Entwicklung mitprägen. Diese frühe Prägung könnte entscheidend dafür sein, wie sich das Immunsystem und der Stoffwechsel des Kindes später entfalten.

Mit der Geburt beginnt dann eine der wichtigsten Phasen für das kindliche Mikrobiom. Innerhalb von Stunden und Tagen wird der Körper des Neugeborenen von Mikroorganismen besiedelt. Dabei spielt der Geburtsmodus eine zentrale Rolle: Bei einer vaginalen Geburt kommt das Kind mit den Mikroben der Mutter in Kontakt, während bei einem Kaiserschnitt andere Bakterien dominieren. Auch das Stillen hat großen Einfluss, da Muttermilch nicht nur Nährstoffe, sondern auch lebende Mikroorganismen und spezielle Stoffe enthält, die „gute“ Bakterien fördern.

In den ersten Lebensjahren entwickelt sich das Mikrobiom rasant. Es ist eine sensible Phase, in der äußere Einflüsse – Ernährung, Umwelt, Medikamente wie Antibiotika – langfristige Spuren hinterlassen können. Ein ausgewogenes Mikrobiom unterstützt das Immunsystem dabei, zwischen harmlosen und schädlichen Reizen zu unterscheiden. Dadurch sinkt das Risiko für Allergien, chronische Entzündungen und andere Erkrankungen. Gleichzeitig steht das Mikrobiom in enger Verbindung mit dem Gehirn: Über die sogenannte Darm-Hirn-Achse beeinflusst es möglicherweise Emotionen, Stressverarbeitung und kognitive Entwicklung.

Die Bedeutung dieser Prozesse reicht weit über die Kindheit hinaus. Das Mikrobiom wirkt wie ein unsichtbarer Architekt, der die gesundheitliche Zukunft eines Menschen mitgestaltet.

Wenn Kinder von Anfang an ein stabiles, vielfältiges Mikrobiom entwickeln, kann das ihre Widerstandskraft stärken und ihre Lebensqualität langfristig verbessern. Das ist ein wesentlicher gesellschaftlicher Aspekt für uns alle.

Termin          26.11.2026, 19.00 Uhr, Referentin Dr. Bettina Hunecke (HP)

Ort:                Online-Vortrag. Den Link bekommen Sie 1-3 Tage vorher zugeschickt

Gebühr:         Euro 15,-